Außer Atem und schon raus?

Arbeiten oder nur noch hinterherlaufen?

Wie bleibt der Hundeführer unter hoher körperlicher Belastung dennoch aufmerksam für Körpersignale des Hundes, Spurverlauf und Abweichungen?

 

Hohe körperliche Belastung ist oft der  Grund, warum  die Wahrnehmung nachlässt. Unter Belastung schaltet das System gern auf Autopilot.

 

Bei uns sieht man das immer wieder: Solange alles ruhig läuft, passt auch die Wahrnehmung. Aber sobald es körperlich anstrengend wird, verändert sich das  ganze Bild.

 

Der Hundeführer wird schneller, oft ohne es zu merken. Die Atmung geht hoch. Und dann kann es anfangen zu kippen. Kleine Veränderungen am Hund gehen unter, Informationen, die über die Leine kommen (Zug, Entlastung, Richtungsimpulse, Spannungswechsel), werden nicht mehr richtig eingeordnet und Richtungen zu spät wahrgenommen.

 

Die Leine ist kein Anhängsel, sondern der direkte Draht zu unserem Hund.

Der Hund arbeitet in vielen Fällen weiter, aber die Abstimmung fehlt.

 

Man ist zwar noch zusammen unterwegs, aber nicht mehr wirklich im gleichen Ablauf.

 

Gerade wenn der Puls nach oben schießt, merkt man, wie schnell man hinterher hechelt, statt wirklich beim Hund zu sein.  Die Reaktionen kommen verzögert, manchmal auch gar nicht. Die Leine zeigt das ziemlich ehrlich, denn wenn die Leine zum Thema wird, Unruhe reinkommt, passt der Ablauf meistens schon nicht mehr und man ist oftmals schon einen Schritt hinterher.

 

Deshalb bauen wir solche Belastungen bewusst ein. Hier merken wir sofort, ob wir arbeiten oder nur noch planlos hinter dem Hund hermarschieren.

 

Wenn es gut läuft, bleibt man im Ablauf drin. Man geht mit, ohne zu schieben oder festzuhalten und nimmt somit dem Hund nicht den Rhythmus. Man nimmt wahr, was tatsächlich passiert, auch dann, wenn es anstrengend wird.