Im Mantrailing zeigt sich Reizneutralität oft ganz nebenbei. Der Hund priorisiert die Spur. Er blendet die Umwelt nicht aus, sie wird nur für ihn in dieser Situation unwichtig. Sie lässt sich nicht gezielt herstellen und ist selten das Ergebnis eines einzelnen Trainingsschrittes. Sie entwickelt sich im Verlauf der normalen Arbeit.
Mit zunehmender Erfahrung orientiert sich der Hund immer stärker an seiner Aufgabe. Das Umfeld verliert an Bedeutung, ohne dass es vollständig ausgeblendet wird. Busse, Straßenverkehr oder Menschen nimmt der Hund durchaus wahr, er ordnet sie nur anders ein.
Entscheidend wird für ihn der Kontext seiner Arbeit: Spur, Leine und die gemeinsame Bewegung mit seinem Menschen.
Diese Entwicklung entsteht nicht durch besondere Reizübungen, sondern durch konsequente Arbeit über die Zeit.
Im Training sieht man das gelegentlich ganz unspektakulär:
Ein großer Bus direkt nebenan, Alltag drum herum und der Hund arbeitet einfach weiter.
Mehr passiert da eigentlich nicht.
Man braucht dafür keine künstlich aufgebauten Reize. Reizneutralität wird nicht hergestellt, sie entsteht.
Mit Routine, Praxis und mit vielen gemeinsam zurückgelegten Kilometern an der Leine.